Wie funktioniert ein Glasfaser-Netz?

Wie funktioniert ein Glasfasernetz?
 

Ein Glasfasernetz ist im Grunde ähnlich wie ein herkömmliches Telefonnetz mit Kupferkabeln aufgebaut. Der entscheidende Unterschied ist, dass bei den im Telefonnetz verwendeten Kupferkabeln mit zunehmender Länge sich ein induktiver Widerstand bildet und ohne entsprechende technische Vorkehrungen die Signalstärke bereits nach wenigen Kilometern deutlich abnimmt. 

Anders als bei anderen Leitungen können bei Glasfasernetzen theoretisch Datenraten von weit über 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Up- und Download erreicht werden – und das unabhängig von der Entfernung. Aktuelle Glasfaseranschluss-Angebote am Markt haben üblicherweise Übertragungsgeschwindigkeit im Bereich von 100 Mbit/s im Up- und Download. Bisher nutzen Privatkunden diese Leistungsfähigkeit kaum aus. Das kann sich jedoch ändern, je nachdem, wie Technologie und Verbreitung von datenintensiven Internetanwendungen und moderner Unterhaltungselektronik – wie z.B. HDTV und Streams – voranschreiten.

Glasfaser ist eine Investition in die Zukunft und auf lange Sicht die erste Wahl für den Aufbau einer Breitbandinfrastruktur.

Jedoch gibt es heutzutage bereits einige Breitbandtechniken, die allerdings bei Weitem nicht an die Leistungsfähigkeit einer Glasfaserinfrastruktur heranreichen:

Aktuelle Breitband- infrastruktur

Fernsehkabel
48% Verbreitung bei der Fernsehversorgung in Deutschland stehen beim Thema Breitbandkabel einem Marktanteil von nur knapp 15 Prozent bei der Internetversorgung gegenüber. Viele Haushalte vefügen demnach über die technische Möglichkeit eines schnellen Internetanschlusses, nutzen dies aber nicht. Die angebotenen Datenraten liegen bei max. 100 Mbit/s für Download, jedoch nur bei 6 Mbit/s im Upload. Diese Geschwindigkeiten stellen jedoch nur theoretische Werte dar, da viele Nutzer sich diese Bandbreite teilen müssen.

DSL
DSL-Technik nutzt die Telefonleitung zur Übertragung von schnellem Internet. An den kabelgebundenen Breitbandanschlüssen hat DSL einen Anteil von 84%. Allerdings ist die Reichweite stark entfernungsabhängig. Bei der heute häufig verwendeten VDSL-Technik ist eine Datenrate von 50 Mbit/s für Download möglich – jedoch nur bis zu einer Entfernung von wenigen 100 Metern. Je weiter ein Kunde von einem Verteilerpunkt entfernt wohnt, desto geringer ist die für ihn verfügbare Datenrate.

Mobilfunk: LTE
Besonders T-Mobile und Vodafone arbeiten aktuell intensiv am Ausbau ihrer LTE 800-Netze - einem neuen Mobilfunkstandard, der höhere Datenraten und kürzere Antwortzeiten bietet als die bisherigen Techniken. Jedoch sinkt die zur Verfügung stehende Datenrate mit steigendem Abstand von der Basisfunkstation. Zudem teilen sich alle Kunden einer Funkzelle die Gesamtdatenrate. Bei der allgemeinen weiter steigendende Nutzung des mobilen Internets werden die zur Verfügung stehenden Datenraten von LTE, nie die Möglichkeiten einer leitungsgebundenen Versorgung erzielen - schon gar nicht die einer Glasfaserinfrastruktur.

WLAN und WIMAX
Eine weitere alternative Technik ist der WLAN- oder WIMAX-Standard. Hier sind Datenraten von über 100 Mbit/s im Up- und Downstream möglich. Sollen die Bewohner eines ganzen Ortsteils über Funk versorgt werden, so stehen jedem Kunden immerhin mehrere Mbit/s im Download zur Verfügung. Da die Sendeleistung der Stationen bei WLAN und WIMAX maximal ein paar Watt beträgt, gibt es nur eine geringe elektromagnetische Strahlung. Eine Diskussion über Elektrosmog wird folglich kaum aufkommen. Basisstationen von LTE 800 arbeiten hingegen häufig mit Strahlungsleistungen von etwa 300 Watt. Aufgrund der geringeren Leistung bei WLAN und WIMAX muss zwischen Sender und Empfänger eine Sichtverbindung bestehen, weshalb die Nutzung auf stationäre Endgeräte beschränkt bleibt.

Satellit
Der Satellit bleibt unverzichtbar zur Versorgung von abgelegeneren Gebieten, die weder von leitungsgebundenen Techniken noch vom Funk erreicht werden. Standard sind dort 10 Mbit/s im Down- und 2 Mbit/s im Upload. Da der Satellit etwa 38.000 km von uns entfernt am Himmel ist, sind Antwortzeiten von etwa 0,7 Sekunden unvermeidlich. Dies ist der Preis für die sofortige Verfügbarkeit von schnellem Internet an praktisch jedem Ort Deutschlands.

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Um auch langfristig technische Voraussetzungen zu schaffen, die modernes Leben und Arbeiten im Kreis Plön ermöglichen und unsere Region gegenüber anderen Regionen und den Ballungsräumen konkurrenzfähig bleiben oder werden zu lassen, kommen wir um die kontinuierliche Erstellung eines flächendeckenden Glasfasernetzes nicht herum.

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